02 April 2018

Totenkult - Der Nekromant Band 2 von M.R.Forbes


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Die Ärzte gaben Conor Night noch eine Überlebenschance von zwei Monaten, nachdem  bei ihm Krebs diagnostiziert wurde. Nun lebt der Nekromant schon seit fünf Jahren mit seiner Krankheit, was den Tod sichtlich verärgert. Nicht nur, dass Conor immer weiter lebt, er stiehlt dem Tod auch seine Opfer und nutzt sie für seine Zwecke, setzt sie als Bauernopfer bei seinen Aufträgen als Söldner ein. 
Da Jin ihn um seinen gerechten Anteil am letzten Auftrag betrogen hat, hat er keine Gewissensbisse, ein Angebot des geheimnisvollen Tarakona anzunehmen, von Jin ein Artefakt zu stehlen. Das er vorher genau dieses Artefakt im Auftrag von Haus Black von Tarakona gestohlen hat, macht die ganze Sache umso pikanter.
Conor Night muss bald erkennen, dass er nicht nur Haus Black und Haus Red als Gegner hat, auch Tod mischt sich ein und schickt seine Truppen, um endlich der ewig sterbenden Seele des Nekromanten habhaft zu werden. In Las Vegas kommt es zum großen Showdown. 


Kommentar:
Man sollte Totennacht gelesen haben, um die Handlung dieses Buches in aller Tiefe zu verstehen.
Wirkte das erste Buch noch etwas steif, ist die Geschichte wesentlich flüssiger und aus einem Guss. Da man die Protagonisten schon kennt, nimmt sich der Autor mehr Zeit für die Handlung und die hat es in sich.
Mit Amos hat Mr.Forbes eine wirklich widerliche und abstoßenden Figur geschaffen, dem sogar ich gerne eins in die Fresse hauen würde. Aber er sorgt auch für einige humorvolle Momente und besitzt tatsächlich so etwas wie eine Söldnerehre.
Ich zitiere aus Seite 165, die Textpassage zeigt, wie Amos tickt und dass diese Fantasywelt sich nicht wesentlich von unserer Welt unterscheidet:
" Black kriegt, was er will und dann heißt es für dich Gute Nacht, zusammen mit allen anderen Baumkuschlern, Eiterbeulen, Kröten oder Lederhäuten, die mir meinen persönlichen Platz wegnehmen."
Im Gegensatz zu Amos wirkt Prithi wie eine zarte Blume. Seit Conor ihr das Leben gerettet hat, versucht sie, ihm zu helfen. Er wohnt bei ihren Eltern zur Untermiete und Prithi verschafft ihm durch die Maschine Aufträge, damit er das notwendige Geld für seine Medikamente bekommt.
Zusammen bilden die drei ein Team gegen die mächtigen Häuser, wobei weder Amos noch Prithi ahnen, dass Conor noch einen weiteren mächtigen Gegner hat.
Ich finde den Plot irgendwie amüsant. Während Conor im ersten Teil das Hua von Taranaka stiehlt, bekommt er nun von ihm den Auftrag, das Hua von Jin zurückzustehlen. Da Conor noch etwas angepisst ist, dass Jin ihn so schmählich im Stich gelassen hat, hat er zu Beginn keine Probleme, den Auftrag anzunehmen. Zumal er mit dem versprochenen Geld bist an sein Lebensende (wann immer das sein mag) ausgesorgt hätte. Bald jedoch merkt er, dass Jin nur ein Spielball von Haus Black ist und er versucht alles, um sie zu schützen und trotzdem seinen Auftrag auszuführen.
Conor ist eine sehr ambivalente Figur. Während Amos sehr direkt und derb ist und der Leser immer weiß, woran er mit ihm ist, macht es Conor einem nicht leicht. Seine Angst vor dem Tod nervt, wie schon in Band eins. Seine Ritterlichkeit und sein Wunsch, immer alles richtig zu machen, beindrucken, auch wenn ihn dieser Wunsch oft auf den falschen Weg führt.
Einige Geheimnisse bleiben auch in diesem Band verborgen und versprechen einen spannenden dritten Band.
Das Cover zeigt Conor umgeben von einem Feuerring. Das Pentagramm ist absolut irreführend und überflüssig aber die Farbgebung des Covers entspricht dem feurigen Inhalt.
Während im ersten Band Andrea Blendl als Übersetzerin genannt ist, wurde der zweite Band von Jan Enseling ins Deutsche übertragen. Meine absolut subjektive Meinung ist, dass Jan Enseling die Derbheit und Brutalität der Sprache und Ereignisse besser erfasst hat. Manche Szenarien wirken noch krasser beschrieben und haben mich manchmal den Kopf schütteln lassen.
Und die Wendung zum Ende hin hat mich echt aus den Socken gehauen!
Titel: Totenkult
Reihe: Der Nekromant
Autor: M.R. Forbes
Verlag: Mantikore Verlag, Softcover, 340 Seiten

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