03 April 2018

Ein Reif von Bronze (Königschroniken Band 2) von Stephan M. Rother


https://www.rowohlt.de/autor/stephan-m-rother.html
Dreißig Jahre lang Krieg, Blut und Schweiß.  Morwa hat es endlich geschafft, die Stämme zu vereinen, wie einst sein großer Vorfahr Otta. Morwa wird König des Nordens, doch wie gewonnen, so zerronnen. Die Dunkelheit ist schon da und hat längst ihre Hand ausgestreckt. Als es um die Nachfolge des alten Königs geht, kommt es zu einem Bruderstreit und die Nordlande sind erneut gespalten. Viele Stämme stellen sich auf die Seite Morwens. Einige glauben, dass er leicht zu beeinflussen sein wird, andere sind überzeugt, dass er den Norden zu neuen Höhen führen wird.
Währenddessen ist Pol mit einer Garde auf dem Weg zur Heimstatt der vergessenen Götter  um diese zu besänftigen. Naturkatastrophen, Hungersnöte und Konflikte verdeutlichen den Zorn der Götter und nur derjenige, der von keinem Vater gezeugt und von keiner Mutter geboren wurde, kann die Götter besänftigen. Pol hat keine Ahnung, wie er an diese Rolle in dem Spiel kam aber er versucht sein Bestes. Alles ist besser als der Galgen. 


Leyken ist immer noch in der Rabenstadt gefangen. Ein goldener Käfig, dem sie zu entkommen sucht.
Ildris und Sölva werden Freundinnen, Sölva ist die einzige Person im Lager der Nordländer, die mit der schweigsamen Frau aus dem Süden kommunizieren kann. Eine Frau, die viele als Hexe und als Bedrohung für ihren König ansehen.
Kommentar:
Stephan M. Rother wird mit Lob überschüttet. Er ist ein Sprachkünstler, er nutzt die deutsche Sprache wie kaum ein anderer Autor. Er weiß sich auszudrücken. Manchmal poetisch verträumt, dann wiederum drastisch und klar. Das alles kann und ich will ich nicht leugnen. Trotzdem habe ich diesen Band beendet und war ratlos. Denn mir fehlte einfach der Inhalt. Ich versuche, die 344 Seiten zu rekapitulieren, einen Kommentar zu verfassen aber ich bin sprachlos.
Es passiert eigentlich kaum etwas, ich weiß, ich stehe mit meiner Meinung alleine da. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und es fällt mir daher umso schwerer, meine wirkliche ehrliche Meinung zu formulieren, zumal die anderen Rezensenten wirklich begeistert klingen.
Der Autor hat ein Talent dafür, treffende, aussagekräftige Metaphern zu finden, die eine Szene glasklar beschreiben. Man versteht, was er ausdrücken will, was er fühlt und zu vermitteln versucht. Aber wenn ich über anderthalb Seiten etwas über die Dunkelheit lese und Leyken über mehrere Seiten zögert in den Schacht zu steigen, sich diese Szene ewig hinzieht, dann bin ich einfach nur noch genervt.
Oder Bjorne. Erst läuft er mit dem Waffenmeister los um Morwen aufzuhalten. Dann verliert er den Waffenmeister aus den Augen, begegnet Sölva und läuft mit ihr los. Sie laufen! Tunnel und Schächte hinunter und hinauf, sie kennen ihr Ziel nicht und wissen nicht, warum sie diesem unbekannten Ziel entgegen streben. Aber sie laufen. Das zieht sich über unzählige Seiten hin und bringt die Geschichte nicht wirklich voran.
Ebenso Lyken. Sie versucht zu fliehen und stellt sich immer wieder die Frage: Ist Nala eine Freundin? Kann sie der Sklavin vertrauen? Immer und immer wieder die gleichen Gedanken aber in einer bewundernswerten Wortvielfalt. Bildhaft umschrieben, ihre Zweifel und Ängste treffen den Leser ins Mark, er zweifelt und ängstigt sich ebenso. Aber auch das zieht sich ewig hin. Ich habe viele der 344 Seiten überblättert, weil sie letztendlich nur schmückendes Beiwerk ohne wirkliche Aussage waren.
Ist das ein hartes Urteil? Sicherlich! Und ich weiß, ich stehe ziemlich alleine da. Das mittelalterliche Setting, die verschiedenen Völker und ihre Kulturen, ihr Glaube und ihre Ängste und Wünsche sind ausdrucksstark beschrieben aber die Ausschweifungen haben mich schlichtweg ermüdet. Ich liebe epische Fantasy die ins Detail geht, sich Raum und Zeit für die Figuren nimmt. Mich stören auch wechselnde Szenarien nicht, meines Erachtens erhöhen sie sogar die Spannung. Aber alles sollte zu einem Ziel führen und der Spannung nicht abträglich sein.
Mir schmerzt es selber, dieses Buch eher negativ zu rezensieren aber Sprache ist eben nicht alles, wenn die spannende Geschichte dabei aus den Augen verloren wird.
Die Aufmachung des Buches ist sehr schön. Sowohl im vorderen Buchdeckel als auch hinten sind Karten der Länder beigefügt. Ebenso findet der Leser im Anhang ein Personenregister.
Da mich die Essenz der Geschichte dennoch fasziniert und ich wissen möchte, wohin der Autor uns führen wird, werde ich sicherlich Band drei auch lesen. Wenn ein Autor es schafft, den Leser trotz dessen Kritik bei der Stange zu halten, ist das ja auch ein Erfolg.
Macht euch selber ein Bild und lasst euch von meiner subjektiven Meinung nicht am lesen hindern.
Hier noch eine sehr positive Rezension zu dem Buch von Monis Zeitreise 
Reihe: Die Königschroniken Band 2
Autor: Stephan. M. Rother
Verlag: Rowohlt Polaris, Softcover, 344 Seiten
ISBN: 9783499403575

1 Kommentar:

  1. Hey Petra,

    eine tolle Rezension zum Buch, auch wenn sie deutlich kritischer ist als meine eigene. Ich würde dich gerne bei mir verlinken und hoffe, das ist in Ordnung. Falls nicht, einfach kurz Bescheid geben. Meine Rezension geht morgen früh online.

    LG, Moni

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