19 März 2018

Das Relikt der Fladrea von Dominik Schmeller


http://mantikoreverlag.de/schmeller-dominik/
Larima wird als kleines Baby im Wald gefunden. Obwohl sie von ihren Zieheltern und ihrem Bruder Semi alle Liebe erfährt, merkt sie im Laufe der Jahre, dass viele Bewohner von Burg Groveflyk sie als anders erachten. Der Grund dafür ist ihre auffällige und seltene Haarfarbe, die mit dem verschwundenen Volk der Fladrea in Verbindung gebracht wird, Diesem Volk werden seltsame Fähigkeiten angedichtet, für einige Bewohner der Welt Hallinga waren sie ein Segen, andere sahen sie als Fluch an. Woher die Fladrea mit ihren Schiffen kamen und wohin sie vor Jahren verschwunden sind, weiß niemand.
Als Larima an Bancrus von Eschenstab verheiratet werden soll, einem Ritter, der mehr als doppelt so alt ist wie sie, flieht sie von der Burg. Mit dem einzigen Gegenstand, den sie von ihrem Volk besitzt,  begibt sie sich auf die Suche nach ihren Vorfahren, um mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Semi begleitet sie auf dieser Reise und beide müssen erfahren, dass die Träumerei von einem Abenteuer nichts mit der harten Wirklichkeit gemein hat.


Kommentar:
Frisch zurück von der LBM, wo ich Dominik Schmeller kennenlernen durfte, fasse ich meine Eindrücke zu dieser Geschichte zusammen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie unerschöpflich die Fantasie der Autoren ist, wenn es um die Entwicklung ihrer Welt geht. Auch Dominik Schmeller hat hier eine einzigartige Welt erschaffen, die sehr beeindruckend ist. Beigefügt ist eine Karte und ein Glossar, in dem Orte, Personen und Begriffe erklärt werden.
Um die Situation von Larima zu verstehen, greife ich auf einige Sätze des Buches zurück:
Seite 65: "Wir sind Frauen. Es ist unser Schicksal, diese Pflichten zu erfüllen. Auch für mich war es schwer, mein Heim zu verlassen und mit einem fremden Mann zu gehen. "
Frauen dürfen in dieser Welt keine Waffen tragen, keine wichtigen Entscheidungen treffen und dienen allgemein nur als schmückendes Beiwerk. Für einen freien Geist wie Larimas ist dies unerträglich. Sie erwartet mehr vom Leben, sie möchte lernen und reisen. In ihrem Ziehbruder Semi findet sie einen Verbündeten. Er verfügt ebenso über einen rebellischen Geist wie seine Ziehschwester und möchte der Strenge seines Elternhauses entkommen, aufregende  Abenteuer erleben, ein Held sein. Zudem sieht er sich als Beschützer seiner Schwester und würde sie nie alleine ins Ungewisse laufen lassen.
Beide Figuren sind sehr ausführlich beschrieben, man versteht Larimas Sehnsucht nach ihrem unbekanntem Volk, nach einer Heimat  und Semi Abenteuerlust. Ihr Gegenpart, Bancrus von Eschenstab, ist etwas stereotyp als finsterer Geselle. Brutal, gnadenlos und immer bestrebt, sein Ziel zu erreichen.
Für junge Leser, die einen Einstieg in die Fantasy suchen, ist dieses Buch sehr gut geeignet. Aber auch erwachsene Leser werden sicher ihren Spaß an der Geschichte haben. Mir hat etwas die Tiefe gefehlt aber ich lese seit 40 Jahren Fantasy, daher sind meine Ansprüche sicher manchmal etwas zu hoch.
Diese Buch hat alles, was es braucht: Eine interessante, mittelalterlich anmutende Welt, zwei liebenswerte Helden, einen schurkischen Schurken und Magie. Der Autor beherrscht sein Medium Sprache und es geht nichts durch eine Übersetzung verloren, wie bei manch anderen Romanen. Ich freue mich auf Teil zwei, der wohl Ende des Jahres erscheinen wird.
Titel: Das Relikt der Fladrea
Reihe: Fladremin-die Suche nach dem verborgenen Volk
Verlag; Mantikore, TB, 504 Seiten
ISBN: 9783945493540

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