26 Dezember 2017

Der Astronom - Wild Cards, Generation 1 Band 3, Hrsg GRRM



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Asse, Joker und Norms bereiten sich darauf vor, den Wild-Card-Tag zu feiern. Es ist der vierzigste Jahrestag seit Verbreitung des Virus auf der Erde. Der Stadt steht eine rauschendes Fest bevor und auch Hiram Worchester macht sich bereit, das Aces High für die Feierlichkeiten zu öffnen.  Alle bekannten und auch weniger bekannten Asse werden sich in dem bekannten Restaurant einfinden, um auf Jetboy anzustoßen. Niemand ahnt, dass die Rache des Astronomen wie ein Damoklesschwert über ihnen allen schwebt. Das erste Opfer ist der Howler, doch erst, als es den Kid trifft, wird den Assen bewusst, in welcher Gefahr sie schweben. Fortunato versucht alles, um seine Freunde zu warnen, doch in dem Trubel der Feierlichkeiten und dem Chaos auf den Straßen, hat er kaum eine Chance, alle, die damals am Kampf gegen den Astronom beteiligt waren, zu warnen. 


Diejenigen, die er erreicht, schickt er in das Aces High, das er für den sichersten Ort für alle Bedrohten hält. Das Aces High wird zur Schaltzentrale der Rettungsmission. Nicht einmal der Astronom, denkt Fortunato, würde es wagen, sich gegen die geballte Kraft der mächtigsten Asse der Stadt zu stellen. Doch wie kalkuliert man die Pläne eines Verrückten?
Kommentar:
Hier handelt es sich um den dritten Band der ersten Generation. Ich habe bei meinen vorherigen Rezensionen keinen Hehl daraus gemacht, dass ich die Bücher der ersten Generation lieber lese, als die der zweiten Generation.  Wir erfahren hier, wie das Virus auf die Erde kam und wie es die Menschen veränderte, ja, wie es die ganze Welt veränderte. Es gibt berührende Einzelschicksale, es gibt Misstrauen, Hass  Leid, Angst aber auch Hoffnung. Dr. Tachyons Klinik und das Aces High sind zwei Orte, die in allen Romanen eine zentrale Rolle spielen, zwei  ruhende Pole in dem ganzen Durcheinander der Ereignisse.
Dieser dritte Band  hat mich allerdings an meine Grenzen gebracht. Es sind unzählige Handlungsstränge, sie sehr schnell wechseln, so dass man manchmal als Leser einfach nicht mehr folgen kann. Weniger wäre mehr gewesen, die Episode um Captain Trips erschließt sich mir nicht und trägt z.B. nichts zur eigentlichen Handlung bei.
Der Diebstahl gewisser Bücher von Jennifer/Wraith und die damit verbundene Jagd durch die ganze Stadt, die Suche von Jack und Bagabond nach Cordelia, der Versuch Rosemarys, die Führung der Mafiafamilie zu übernehmen, das alles passiert eher nebenher, während der Fokus auf der Rache des Astronomen liegt. Aber auch diese Geschichte verzweigt sich wieder.  Demise, dessen Begleiter der Tod ist, möchte sich vom Astronom lösen. Roulette geht einen Handel mit dem Astronom ein doch der Preis ist höher als gedacht und der Lohn rechtfertigt die Taten nicht. Dazwischen immer wieder Berichte über das Chaos auf den Straßen. Szenen wie Schnappschüsse, welche in die Handlung eingebaut werden, sowie verstreute Sexszenen. ( In Fortunatos Fall aber wichtig)
Ich mag Turtle, Fortunato, Hiram, Dr. Tachyon und die anderen Figuren aus den vorherigen Romane sehr. Doch hier wurde es mir im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt und es gibt zwischen den einzelnen Erzählsträngen kaum noch einen logischen Zusammenhang.  Manches wird extrem in die Länge gezogen vor allem die Suche Jacks nach Cordelia und Cordelias Aufeinandertreffen mit immer abstruseren Typen. Sicherlich bekommt auch diese Episode am Ende ihren Sinn doch es ist mühsam, bis zum Ende auszuhalten. Es gibt kaum eine Person, welche die Sympathien des Lesers erringt, nicht einmal die Figuren aus Band zwei. Was also ein Wiedersehen mit geliebten Figuren werden sollte, wurde eher zu einer Enttäuschung. Alle Personen blieben oberflächlich, ihre Motivationen waren teilweise unverständlich und die Vielzahl der Handlungsstränge verwirrte den Leser.
Das Cover passt zu den vorherigen Bänden, hat aber keinen Bezug zu den unmittelbaren Ereignissen die in diesem Buch eine Rolle spielen.
Ich hoffe, dass im nächsten Band der Fokus wieder auf einige wenige Asse und Joker gelegt wird und es eine zusammenhängende, sinnvolle Geschichte gibt, die Spaß macht. Hier hatte man als Leser eher das Gefühl, dass die unterschiedlichen Autoren nicht an einem Strang gezogen haben oder keiner klaren Linie folgten.
Ich bedanke mich bei dem Verlag für das Rezensionsexemplar. 
Titel: Der Astronom
Reihe: Wild Cards
Autoren: Diverse, Hrsg. George R.R. Martin
Verlag: Penhaligon, Softcover, 542 Seiten
ISBN: 9783764531782

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