Krimis und Thriller




Toter geht's nicht von Dietrich Faber:
Henning Bröhmann lebt im beschaulichen Vogelsberg. Ein Ort, an dem sich Fuchs und Has‘ gute Nacht sagen, jeder jeden kennt und jeder über jeden alles weiß. Er  ist Kriminalhauptkommissar aber wie der Ort, so ist auch sein Job trist, denn in so einem beschaulichen Kaff passiert nicht viel was  einen Kriminalhauptkommissar erfordert. Henning Bröhmann wollte diesen Job auch nicht unbedingt, er hat ihn eher ererbt bzw. zugeschustert bekommen, qualifiziert findet er sich dafür nicht. Aber mit DHH und Familie im Hintergrund hat er damit immerhin ein gesichertes Einkommen.
Seine Ehe ist so langweilig wie das Kaff in dem er wohnt, seine Tochter ist eine rotzfreche Göre in der Pubertät und er selber ist eine Memme, die in Selbstmitleid versinkt, weil das Leben ihm so gar nichts mehr zu bieten hat.
Doch dann passiert alles auf einmal. Seine Frau lässt ihn mit Kindern, Hund und Haushalt einfach sitzen, sein bester Mitarbeiter reicht Urlaub ein und er hat einen Mordfall am Hals. Ein Toter in einem Karnevalskostüm als Tod verkleidet, wurde nach einem Faschingsumzug erschlagen aufgefunden.
Was macht also ein unterqualifizierter HK in diesem Falle? Er beginnt zu ermitteln.
Hört sich alles etwas fade an, hätte das Buch nicht Dietrich Faber geschrieben, der mit dem Comedy Duo FaberhaftGuth seit Jahren den hessischen Raum unsicher macht. Dietrich Faber hat den Hessen auf Maul und Herz geschaut und mit diesem Krimi  ein wunderbar amüsantes Buch vorgelegt, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite schmunzeln läßt.  Ich selbe wohne in einem kleinen Ort und habe viele Verhaltensweisen aus dem Buch an mir selbst und meinen Nachbarn wiedererkannt.
Es ist amüsant zu lesen, wie Henning Bröhmann sich mit Job Kindern und Hund arrangieren muss und wie aus der Memme langsam wieder ein Mann wird.  Hinzu kommt eine absolut unerwartete Wendung und ein spannendes Finale.
Fazit: Ein klasse Regionalkrimi, dem hoffentlich bald mehr folgen werden.
Titel: Toter geht's nicht
Reihe: Bröhmanns erster Fall
Autor: Dietrich Faber
Verlag: rororo, TB, 352 Seiten
ISBN: 9783499258251
7 von 10 Sternen
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Todesnähe von P.J. Tracy
Grace Mc Bride hat erst einmal genug und nimmt sich eine Auszeit. Dass sie dafür mit einem FBI Agenten auf eine Segeltörn geht, ist sicherlich nicht gut durchdacht, denn Ruhe bekommt sie auf dieser Törn nicht. Man versucht den FBI Mann John umzubringen und Grace erschießt in der Not die zwei Killer, in deren Tasche sie ein Bild von John findet. Warum steht er auf einer Abschussliste und wer gab den Auftrag zur Ermordung Johns?
Um das Rätsel zu lösen wendet sich Grace an Magozzi, dabei hat er selbst alle Hände voll zu tun. Ein entführtes Indianermädchen wird tot aufgefunden, Waffenlager werden entdeckt und jemand meint, das Gesetz in die Hand nehmen zu müssen.
Bald ist das gesamte Team der Monkeewrench Crew wieder zusammen und sie unterstützen die beiden Detektives Magozzi und Rolseth bei ihrem äußerst verwirrenden Fall.
Kommentar:
Ich habe bisher alle Bücher des Autorinnen Duos gelesen und muss sagen, dies ist ihr bisher schwächstes Buch, da die Geschichte sehr verworren ist. Nichtsdestotrotz wirkt auch hier jeder Charakter auf seine eigene Weise. Man liebt ihre Macken und ihren Humor und ihr Zusammenspiel ist wieder wunderbar unterhaltend. Sprachlich absolut gelungen und auch das Outfit passt zu den vorherigen Bänden.
Fazit:
Auch wenn es nicht der beste Band aus der Reihe ist, ist es immer noch ein besserer Krimi als viele andere. Man sollte allerdings die vorherigen Bänden kennen, das macht es leichter, die Handlungen und das Zusammenspiel der Crew zu verstehen. Zumal hier das Hauptaugenmerk eher auf Grace gerichtet ist und die anderen Teammitglieder etwas blass bleiben.
6 von 10 Sternen
Titel: Todesnähe (off the grid)
Reihe: Monkeewrench Band 6
Autor: P.J. Tracy 
Übersetzer: Tanja Handels
Verlag: Rohwohlt, TB, 352 Seiten
ISBN:9783499259197
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Rotes Gold von Tom Hillenbrand
mit *rotes Gold* liegt dem Leser der zweite Band um den Meisterkoch und Hobbyermittler Xavier Kieffer vor.
Xavier Kieffer bekommt eine Einladung zu einem Galadinner. Veranstalter dieses Dinner ist der Bürgermeister von Paris und der hat es sich nicht nehmen lassen, den zurzeit besten Shokunin als Koch zu verpflichten. Während dieser Veranstaltung soll der Sushimeister Ryuunosuke Mifune eine besondere Auszeichnung erhalten: Die Aufnahme in die Ehrenlegion. Leider stirbt der Koch während der Zubereitung des Shusi an einer Tetrodotoxin Vergiftung. Und wie in einem solchen Milieu nicht anders zu erwarten, handelt es sich hier um das Gift des Kugelfisches, das aber auch in den Tentakelspitzen des Octupus vorkommt.
Zunächst geht jeder davon aus, dass sich der Sushimeister versehentlich selbst vergiftet hat. Doch je mehr Fragen Xavier stellt, desto unwahrscheinlicher erscheint es, dass ein wahrer Meister unachtsam mit diesem Gift umgeht. Als der Bürgermeister Xavier bittet, in dem Fall zu ermitteln, lässt sich der Koch nicht lange bitten, zumal er damit auch seiner Freundin Valerie einen Gefallen tun kann.  Doch schon bald merkt er, dass er sich auf eine Sache eingelassen hat, die er alleine kaum bewältigen kann. Sein Freund Pekka Vatanen und auch die Gabin Erbin Valerie unterstützen ihn wie schon in Band eins. Sie stoßen auf eine regelrechte Thunfischmafia. Denn Sushi wird immer populärer doch die Fischfangquoten sind zu niedrig und die Meere zu sehr ausgefischt um die Nachfrage zu decken.
Was sie schon immer über Sushi und Fisch nicht wissen wollten, dieses Buch informiert sie über alle unappetitlichen  Details in Sachen Fischzucht und Fischverarbeitung. Und streift dabei noch solche Gerichte wie Kapaun (kastrierter Hahn) und Ortolan (in Armagnac ertränkte kleine Vögel) so dass ich sicher nie wieder in Frankreich etwas essen werde, das ich nicht genauestens kenne und identifizieren kann!
Tom Hillenbrand ist wieder ein sehr amüsanter aber teilweise auch Appetit verderbender Roman gelungen.  Zwei Punkte, die sind mir negativ aufgefallen sind:  Zum einem, dass Xavier Kieffer so viel raucht. Ich denke mir, dass man als Kettenraucher irgendwann die Geschmacksnerven verliert und daher finde ich diesen extrem hohen Konsum etwas unglaubwürdig. Und es nervt auch auf Dauer zu lesen, dass er sich an der ersten Zigarette gleich die Nächste anzündet. Was mir auch nicht gefallen hat, ist, dass Xavier Kieffer immer ganz unpersönlich als: Der Koch tituliert wird. Dadurch wirkt die Person etwas durchsichtig. Schöner wäre es gewesen, wenn der Autor öfter den Vor- oder Zunamen des Hauptprotagonisten benutzt hätte. Und als jemand, der in der Gastronomie nicht so bewandert ist, muss man doch eine Ausdrücke und Leckerbissen der luxemburgischen und französischen Küche nachschlagen, sonst entgehen einem als Leser die Feinheiten.
Was mir gefällt ist die Glaubwürdigkeit der Geschichte. Als Koch hat Xavier wesentlich tiefere Einblicke in das Metier und stellt Fragen, auf die ein Flic nicht kommen würde. Er kennt Zusammenhänge, Preise und auch den Druck, immer bessere und ausgefallenere  Gerichte zu kreieren. Er bewegt sich einem Metier mit einer gelassenen Sicherheit. In diesem Krimi führen sie seine Wege nach Frankreich und Italien und auch ihm als Koch wird bald klar, das hinter der Ermordung Mifunes mehr steckt, als ein harmloser Mord unter Konkurrenten.
Fazit: Alles in allem ein amüsanter, unterhaltsamer und gelungener Krimi und ich freue mich nach dem Lehrgang über chinesische Küche und Vanille (Band eins) und Sushi (Band zwei) auf einen Band drei.
7 von 10 Sternen
Titel: Rotes Gold
Reihe: Xavier Kiffers zweiter Fall
Autor Tom Hillenbrand
Verlag: Kiwi, TB, 352 Seiten 
ISBN: 9783462044126

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