31 Juli 2016

SF Kriminalgeschichten von Isaac Asimov



Das Buch setzt sich aus zehn sehr unterschiedlichen SF-Kriminalgeschichten zusammen. Man merkt den Geschichten teilweise ihr Alter an, sie haben aber nichts von ihrer Spannung verloren und Asimov ist einfach ein begnadeter SF Schriftsteller, dessen Zukunftsvisionen dem Leser oft den Atem rauben.
Der sprechende Stein (the talking stone) veröffentlicht im Magazin of Fantasy und SF Oktober 1955
Larry Verndsky hat sich für ein Jahr zum Dienst auf einem Asteroidengürtel verpflichtet. Doch er hätte sich nie träumen lassen, wie einsam es draußen im Weltraum ist. Kaum ein Raumschiff hält je an Station V, sein einziger Kontakt ist Sergeant Milt Hawkins, der in einem Polizeirevier auf Asteroid 72 Dienst schiebt. Umso größer ist Larrys Freude, als unverhofft ein Raumschiff andockt. Doch schon bald vergeht diese Freude, denn die drei Mannschaftsmitglieder verhalten sich sehr abweisend, ja, fast bedrohlich. Als Larry hinter ihr Geheimnis kommt, ist es fast zu spät.
4 von 5 Sterne
Tod einer Blondine (what's in an name) veröffentlicht in The Saint Detective Magazine Juni 1955
Diese Geschichte erinnert etwas an Lord Peter Wimsey. Der Fall scheint klar zu sein, doch es fehlen die Beweise. Jeder der Anwesenden ist überzeugt, dass Susan Morey ihre Kommilitonin ermordet hat. Doch die junge Frau wirkt kühl und unnahbar und bleibt bei ihrer Aussage, die sich durch nichts erschüttern lässt. Aber auch der intelligenteste Mensch kann über die winzigste Kleinigkeit stolpern.
5 von 5 Sterne
Projekt Gans (pate de fois gras) veröffentlicht in Astounding SF September 1956
Ein Wissenschaftler steht vor einer unglaublichen und unglaubwürdigen Entwicklung. Da er sich keinen Rat mehr weiß, wendet er sich an Isaac Asimov, der dafür bekannt ist, sich mit seltsamen Phänomen und merkwürdigen, wissenschaftlichen Entdeckungen zu befassen und auch unglaubliche Dinge zu glauben. Ein Bauer bittet das Landwirtschaftsministerium um Hilfe und Ratschläge zur Gänsezucht. Obwohl man ihm Prospekte und Unterlagen über das Thema zusendet, häufen sich seine Anfragen, so dass ein Mitarbeiter des Ministerium Bauern McGregor persönlich aufsucht, um zu sehen, wo das eigentliche Problem liegt.
Der Kern der Geschichte ist sehr amüsant aber für eine Laien, der in der Schule in Physik , Biologie und Chemie nicht aufgepasst hat, leider etwas schwer verständlich. Auch fehlt mir der Bezug zu einem Verbrechen. Auch handelt es sich m. E. um keine Kriminalgeschichte.
3,5 von 5 Sternen.
In der Atmosphärenkammer (the dust of death) veröffentlicht in Venture SF Januar 1957
Der große Llewes ist der Welt bekannt als begnadeter Chemiker und Wissenschaftler. Doch der Schein trügt. Der Chemiker bringt seine Assistenten und Angestellten um die Früchte ihrer Entdeckungen und gibt diese als seine eigenen aus. Als er Edmund Farley um die Anerkennung seiner ein Jahr dauernden Forschung bringt, beschließt Ed, Llewes zu ermorden. Und entwickelt einen perfekten Plan.
5 von 5 Sternen
Ohne Hilda in Marsport (I'm in Marspoint without Hilda) veröffentlicht im Venture SF November 1957
Normalerweise verbringt Max seinen Urlaub mit seiner Frau auf Marsport. Doch diesmal ist seine Schwiegermutter unverhofft erkrankt, Hilda übernimmt ihre Pflege und Max strandet allein in der Urlaubsmetropole. Was liegt näher als sich die Einsamkeit mit einer alten Freundin zu vertreiben? Pech nur, dass sein Vorgesetzter Alarmstufe drei ausruft und Max vor seinem Date noch einen kniffligen Fall lösen muss.
3 von 5 Sternen
Gefangene des Alls ( marooned off Vesta) veröffentlicht in amazing stories März 1939
Das Souvenir (anniversary) veröffentlicht in amazing stories März 1959

Diese zwei Geschichten sind untrennbar miteinander verbunden. Warren Moore, Mark Brandon und Michael Shea sind die ersten Menschen, die ein Raumschiffunglück überlebt haben. Doch der Ruhm von einst ist verblasst. Niemand erinnert sich mehr an die Helden von einst. Am zwanzigsten Jahrestag ihres Überlebens treffen sich die drei Männer erneut und stellen bald fest, dass die Angelegenheit noch längst nicht abgeschlossen ist. Warum wurde das Wrack der Silver Queen von einem Kraftfeld umgeben und gesperrt? Was befand sich an Bord, dass so wichtig ist, dass die Versicherungsgesellschaft zwanzig Jahre später noch danach sucht? Auch hier handelt es sich eigentlich nicht um eine Kriminalgeschichte, trotz allem bekommt sie die volle Sternezahl, weil sie einfach gut ist.
5 von 5 Sternen
Nachruf auf Lancelot (obituary) veröffentlich im Magazine of Fantasy und SF August 1959
Lancelot Stebbins war Zeit seines Lebens ein vom Pech verfolgter Mensch. Ein ewiger Zweiter, ein Versager, stets heimsten anderen den Ruhm ein. Mit einem Selbstexperiment will der brillante Wissenschaftler nun endlich beweisen, dass er in die Ruhmeshalle der Wissenschaftler gehört.
5 von 5 Sterne
die Nova (starlight) veröffentlicht im Scientific American Oktober 1962
Bernniger und Trennt fliehen mit einem Kilo gestohlenem Kirillium, das für die Konstruktion von Robotergehirnen benötigt wird. Dieses Kilogramm ist Millionen von Credits wert. Durch einen genial ausgetüftelten Plan wollen die zwei Männer der Polizei entkommen. Alles ist genau berechnet, nur kann man Mutter Natur nicht berechnen.
3 von 5 Sternen
Energie aus dem Nichts (the billiard ball) veröffentlicht in IF im März 1967
Bloom ist der charmante Frontmann, der Praktiker, der jede Idee in die Tat umsetzen kann. Priss ist der unscheinbare Theoretiker, der Mann im Hintergrund, der die genialen Ideen liefert. Während Bloom reicht und bekannt wird und Weltruhm erlangt, bleibt Priss die öffentliche Anerkennung stets versagt. Das soll sich nun ändern.
5 von 5 Sternen
Fazit:
Bei einigen Geschichten wundert man sich, warum sie in eine Sammlung von Kriminalstorys aufgenommen wurden. Nichtsdestotrotz sind alle Geschichten beeindrucken. Kurz, knapp aber immer logisch und spannend. Asimov ist ein Meister, der nicht viele Worte benötigt.
8 von 10 Sternen
Titel: SF Kriminalgeschichten
Autor: Isaac Asimov
Verlag: Henye SF, TB, 280 Seiten
ISBN: 978-3453300576

Sherlock Holmes, der Atem Gottes von Guy Adams



In den Straßen Londons wird die zerschmetterte Leiche eines jungen Dandy gefunden. Nichts weist auf die Todesursache hin. Man könnte meinen, der junge Mann sei aus großer Höhe gestürzt, so gebrochen waren seine Knochen.
Sherlock Holmes interessiert sich nicht besonders für diesen Fall, doch das ändert sich, als sein Name im Zusammenhang mit dem Opfer erwähnt wird. Angeblich ist ein Dämon in ein unschuldiges Kind gefahren, um eine Prophezeiung auszusprechen, die sowohl das Opfer als auch Holmes und einen Mann namens Crowley betrifft.
Der rationale Holmes glaubt nicht an Übernatürliches oder Dämonen, doch schon bald zieht ihn dieser Fall in seinen Bann. Zusammen mit Watson begibt sich der berühmte Detektiv an den Fundort einer weiteren Leiche. Lord Ruthvney kam unter seltsamen Umständen ums Leben. Beide Opfer waren Mitglieder des Ordens der goldenen Morgendämmerung . Auch Crowley gehörte diesem Orden an, verließt ihn allerdings auf Grund interner Meinungsverschiedenheiten und zog sich auf ein Gut nach Schottland zurück.
Unversehens befindet sich Sherlock Holmes ,in Begleitung von Watson und zweier obskurer Ärzte und Dämonologen , auf dem Weg nach Schottland, um Crowley aufzusuchen, der eventuell Licht in die Angelegenheit bringen kann. Während der Zugfahrt wird Watson Zeuge, wie die Besucher des Zugrestaurants von Dämonen besessen werden. Es ist nicht das erste seltsame und bizarre Erlebnis, das dem Doktor widerfährt und langsam zweifelt er an seinem Verstand. Holmes ist ihm keine große Hilfe, da er den Worten Watsons keinen Glauben schenkt.
In Schottland angekommen, überschlagen sich die Ereignisse, die Gefährten kommen einer Verschwörung auf der Spur, die das Königreich in ihren Grundfesten erschüttern wird. Kann Holmes seinen Bruder noch rechtzeitig vor der Katastrophe warnen?
Kommentar:
Zuvor habe ich Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen von Christian Endres gelesen, ein Buch, das mir wesentlich besser gefallen hat als dieser Roman hier. Obwohl auch hier bekannte literarische Persönlichkeiten ihren Auftritt haben, wirkt die ganze Geschichte leblos, inszeniert und unglaubhaft. Schon von Beginn an ist dem Leser klar, dass die mystischen Ereignisse letztendlich von Sherlock Holmes ad absurdum geführt werden. Es gibt nichts, was der logische Verstand nicht erklären kann. Überhaupt; vorauszusetzen, dass Holmes diese Ereignisse um den Atem Gottes für bare Münze nehmen kann, ist eine Zumutung an den Leser.
Neben Watson, der wie gewohnt, der Erzähler des Abenteuers ist, kommen hier auch andere Protagonisten zu Wort, die Ereignisse, bei denen Holmes und Watson nicht zugegen waren, aus ihrer Sicht erzählen.
Der Autor wollte hier etwas eigenständiges kreieren, er wollte der Geschichte ein neues Gewand geben und den großartigen Conan Doyle nicht imitieren. Sicherlich ist ihm das gelungen, doch dieses Gewand wird vielen Fans nicht gefallen. Auch mir nicht. Mir fehlt der augenzwinkernde Humor zwischen Watson und Holmes, die teils bissigen Dialoge, aus denen man die tiefe Verbundenheit dieser zwei unterschiedlichen Menschen zueinander erkennen kann. Hier werden beide Figuren auf einen unglaubwürdigen Pfad geführt, Holmes kann seine Brillanz nicht zeigen, erst zum Ende hin löst er den Fall in gewohnter Manier, mit seinem Scharfsinn und überragenden Verstand und erklärt, was dem Leser schon lange vorher klar war.
Auch Watson hat hier keinen rühmlichen Auftritt. Guy Adams hat wohl an der BBC Produktion Sherlock mitgewirkt und ich muss ehrlich zugeben, dass ich bei der Figur des Watson mittlerweile immer das Gesicht von Martin Freeman vor Augen habe. Ich verschließe mich also den neuen Ideen nicht. Aber dieser fade Watson, der hier seinen Auftritt hat, enttäuscht den Leser ungemein. Es fehlt ihm jeglicher Charme. Er hat sich immer eine kindliche Naivität bewahrt und seine offene und herzliche Art, auch Mrs. Hudson gegenüber, waren der Ausglich zu Holmes fast schon autistischer Art. Hier wirkt er farblos, blass, fade, unscheinbar, allzu schnell dem Glauben an Dämonen und Übernatürlichem verfallen. Als Arzt, der im Krieg viele Schrecken erlebt hat, ist es unglaubwürdig, dass er diesem Schmierentheater so vorbehaltlos verfällt.
Man meint, mit diesem Buch eine Vorlage zu einem neuen Sherlock Holmes Film mit Robert Downey jr. in der Hand zu haben. So sehr ich diese Filme mag, das Medium Buch hält mehr Möglichkeiten bereit als ein Film, der auf ca. 90 Minuten beschränkt ist, daher erwarte ich inhaltlich mehr als hier geliefert wird.
Das Cover ist stimmig und vermittelt einen guten Eindruck .
Fazit:
Aus der Flut an Holmes Romanen ragt dieser nicht unbedingt hervor. Ich empfehle Anthony Horowitz oder Christian Endres
5 von 10 Punkten
Titel: Der Atem Gottes
Reihe: Sherlock Holmes
Autor: Guy Adams
Verlag: Panini, TB, 226 Seiten
ISBN: 9783833228728

30 Juli 2016

Die Hüter Amas-Ragnor Saga Band 1 von Jürgen Friemel



Ragnor ist ein Findelkind und wurde von Lars und Tana aufgenommen und erzogen. Seit  fast vierzehn Jahren lebt der Junge nun schon in Calfors Klamm, abgelegen von der Welt. Der ehemalige Reichsritter Rurig und der alte Seefahrer Menno helfen bei der Erziehung und Ausbildung des Jungen, der langsam zu einem Mann heranreift.
Zu seinem vierzehnten Geburtstag bekommt Ragnor von seinem Ziehvater Lars zwei Waffen und einen Umhang überreicht, Dinge, die man damals neben ihm gefunden hat. Als Ragnor das Schwert und den Dolch in die Hand nimmt, reagieren die Waffen auf  ihn. Während sie auf andere Menschen kalt und abweisend wirkten, strahlen sie nun eine Wärme aus und beginnen zu schimmern. Es ist klar, dass diese Waffen, die aus einem unbekannten und besonderen Material bestehen, zu dem Jungen gehören.
Und schon bald muss Ragnor diese Waffen auch in seinem ersten Kampf einsetzen. Als er mit Menno und Rurig auf der Jagd ist, finden sie einen Überlebenden eines Überfalls. Bevor dieser stirbt, erzählt er den Männern, dass seine drei Töchter von Räubern entführt wurden. Nun liegt es an den Gefährten, diese drei Frauen zu retten und zurück in ihre Heimatstadt Mors zu bringen.
Damit beginnen die Abenteuer des jungen, angehenden Ritters.
Kommentar:
Beginne ich mit der Gestaltung des Buches. Die Farbkombination silbern und weiß ist gut gewählt. Auf dem Cover sind ein Schwert und ein Schild abgebildet. Der Titel Quasarmagie ist in Kursivschrift gehalten und Ragnors Name wird blutrot hervor gehoben. Mir gefällt es.
Das Buch wurde schon mit einem Stern aber auch mit fünf Sternen bewertet und spaltet die Gemüter. ich werde mich auf 3,5 Sterne festlegen.
Die Saga ist auf zehn Bände ausgelegt und das merkt man ihr an. Der Autor führt den Leser langsam und behutsam in Ragnors Welt ein. Viele finden, zu langsam und behutsam. Ich persönlich mag es, viel über eine Welt und ihre Bewohner zu erfahren. Die kleinen Szenen des Alltags, wie der Junge behandelt wird, wie die Gefährten auf die Jagd gehen und wie sich ihre Beziehung zu den Frauen entwickelt, bringen Lebendigkeit in die Erzählung und man bekommt als Leser einen sehr guten Eindruck von den Personen und ihrem Umfeld. Die Kampfszenen werden relativ kurz gehalten, ein Aspekt, den ich nur loben kann, kennen hier doch viele Autoren kein Maß und erschöpfen sich in langatmigen, seitenlangen Kampfhandlungen. Die Protagonisten gehen respektvoll miteinander um. Lars versucht, dem Jungen den Wert des Lebens zu vermitteln und ihn zu einem guten Menschen zu erziehen. Diese Erziehung wird bei dem ersten Ausflug des Jungen  schon auf eine Probe gestellt, als es zu den Kämpfen kommt. Was allerdings wirklich nervt, ist die permanente Wiederholung, wie stolz die Bewohner von Calfors Klamm auf Ragnor sind. Und der Satz: "Er errötete ob des Lobes" wird leider sehr arg überstrapaziert. Die Charaktere sind sehr eindimensional und wenig ambivalent. Sie sind einfach durch und durch gut und ehrenhaft. Etwas mehr Konfliktpotenzial hätte die Geschichte sicher bereichert. Zu den fünf Bewohnern des abgelegen Tales stoßen noch zwei neue Gefährten. Kramar al Nor von dem Wolfsclan, ein Ork und Maramba vom Stamme der Koto. Auch diese Wesen sind letztendlich einfach zu gut um wahr zu sein. Die Geschichte wird aufgebaut um die Themen: Rittertum, Ehre, Traditionen und Freundschaft und liegt in der Tradition von Sir Walter Scott.
Mit dem Planeten Makar hat Jürgen Friemel eine interessante Welt entworfen. In einem Prolog erläutert er, wie es zum Zerfall der Galaxis kam und warum die Welten ins Mittelalter zurück gefallen sind. Dieser Prolog ist kurz, knapp und informativ. Zusätzlich wurde eine kleine Karte Makars beigefügt, die dem Leser hilft, den Reisen der Gefährten zu folgen.  
Ein wirklicher Minuspunkt, der mich auch dazu veranlasst hat, lediglich 3,5 Sterne zu vergeben, obwohl die Geschichte viel Potenzial hat, sind die Rechtschreib-und Grammatikfehler. Gerade die völlig falsch platzierten Kommata stören den Lesefluss ungemein. Meinen Respekt an den Autor, der dies auch zugibt. Vielleicht könnten Freunde oder Bekannte vor der Veröffentlichung der nächsten Bände einfach einen Blick auf die Zeichensetzung werfen und Jürgen Friemel etwas unterstützen. Es wäre schade, wenn diese Serie nicht die Aufmerksamkeit findet, die sie verdient, weil Leser das Buch auf Grund der Fehler abbrechen.
Fazit:
Für den reifen Leser bietet die Band eins zu wenig Herausforderungen. Als Einstieg in die Fantasy (oder ist es SF?) ist sie aber zu empfehlen. Ich setze sie auf das Niveau von Wolfgang Hohlbein und sehe als Zielgruppe Jugendliche und junge Erwachsene.
3,5 von 5 Sternen
Titel: Die Hüter Amas
Reihe: Quasar Magie/Ragnor Saga
Verlag: Belle Epoque Tübingen, TB, 256 Seiten
ISBN: 9783945796221

29 Juli 2016

Maschinen von Ann Leckie



Auszug aus einer Rezension von www.fantasybuch.de
Man weiß nicht, was es ist. Äußerlich erscheint es weiblich. Sie/es ist Breq Ghaiad von Gerentate. Aber sie/es ist auch Eins Esq von der Gerechtigkeit der Torren, sie/es scheint selbst die Gerechtigkeit der Torren zu sein.
Sie/es erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Die ich Form gibt dem Wesen Persönlichkeit. Einst war sie/es Viele, doch sie hat ihre Gesamtheit verloren. Wo vorher hunderte von Augen und Ohren waren und alles wahr genommen hatten, steht Breq nun alleine da. Sie hat ihre Heimat, ihre Gefährten, ihre Bindungen, ihr Schiff, einfach alles verloren. Nur ein einziger Befehl wurde ihr implantiert. Den Schuldigen zu vernichten.
Breq ist kein Mensch, sie kennt keine Gefühle wie Rache, Trauer oder Wut, sie folgt lediglich einem letzten Befehl. Dieser Auftrag führt sie über den ganzen Kontinent, immer auf der Suche nach der ultimativen Waffe, die den Verursacher all des Leids und der der Vernichtung um sie/es herum töten kann. Auf dieser Suche begegnet Breq den unterschiedlichsten Menschen und ihren Motivationen. Dabei wird sie/es immer menschlicher und ist kaum noch als das zu erkennen, was sie/es ist.
Kommentar:
Der Inhalt dieser Geschichte lässt sich schwer zusammen fassen. Breq lebt seit hunderten von Jahren. Sie/es ist ein Androide, ursprünglich als unbesiegbares Wesen konturiert, eine Waffe für den Eroberungsfeldzug der Radch. Aufwiegler oder Feinde des Imperiums werden eingefroren und bei Bedarf in KI umgewandelt und wieder erweckt. Ein schmerzhafter und traumatischer Prozess, alle Erinnerungen an eine vorherige Menschlichkeit gehen verloren. Doch je mehr Kontakt Breq, auf der Suche nach der ultimativen Waffe, mit  den Menschen hat, umso menschlicher agiert sie/es. In Seivarden findet sie/es einen Weggefährten, zuerst Ballast, dann Freund. Seivarden erkennt die Natur des Wesens nicht, das er begleitet, er sieht sie/es als menschliche Frau an und kann es zuerst nicht verwinden, dass diese Frau ihm in allem überlegen ist. Denn auch wenn Breq von ihrem Schiff und ihrer Einheit getrennt ist, besitzt die doch weiterhin die Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit der Androiden.
Die Geschichte von Breq beginnt sehr verwirrend und ungeordnet, man findet als Leser sehr schwer Zugang. Verschiedene Erzählstränge sind ineinander verschachtelt und oft ist nicht klar, von welcher Episode seiner Existenz das Wesen Namens Breq berichtet. Auch die unterschiedlicher Bezeichnungen Esq eins und Gerechtigkeit der Torren verwirren zu Beginn sehr, da die Autorin keine Begriffe erklärt. Erst im Laufe der Erzählung erschließen sich einem die Zusammenhänge der einzelnen Episoden.
Viele Leser haben das Buch nach hundert Seiten aufgegeben. Auch ich war kurz davor, doch wenn man Geduld hat, wird die Ausdauer des Lesers belohnt. Die vollständige Rezension finden Sie hier
Titel: Die Maschinen (ancillary justice)
Reihe: Maschinen Universum Band 1
Autor: Ann Leckie
Übersetzer: Bernhard Kempen
Verlag:  Heyne TB, 544 Seiten
ISBN: 978-3453316362